Ausflüge

 

Am Freitagnachmittag des 23. Oktobers 2015 trafen sich in Mühlheim 20 Modellbahnfreunde um gemeinsam nach Suhl in Südthüringen zu reisen. Nach 6stündiger Fahrt war dann das Ziel erreicht. Vom Frühstücksraum unseres Hotels hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Viadukt der Bahnstrecke Erfurt – Schweinfurt und den Bahnhof von Suhl.

Nach dem Frühstück fuhren wir am Samstagmorgen ins nur wenige Kilometer entfernte Meiningen um das dortige Fahrzeuginstandhaltungswerk der Deutschen Bahn zu besichtigen. Das DB Fahrzeuginstandhaltungswerk, besser bekannt als Dampflokwerk, ist das einzige Werk seiner Art in Westeuropa in dem Dampflokomotiven hauptuntersucht, repariert oder sogar neu gebaut werden, lediglich in Polen, Tschechien und Rumänien gibt es noch ähnliche Werkstätten. Bei einer kurzen Einführung in der Kantine durch den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden des Werkes, wurde die abwechslungsreiche Geschichte mit allen Höhen und Tiefen des 1914 gegründeten Werkes erklärt. In Spitzenzeiten vor der Wende zählte das Werk weit über 3000 Mitarbeiter, heute sind es nur noch etwa 120 Beschäftigte. Da in der DDR Dampfloks bis zur Wende im Einsatz waren, konnte auch das Wissen und die technischen Fähigkeiten über deren Instandhaltung bewahrt werden und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. Nach einem kurzen Filmchen durften wir dann in die Werkshallen, die einem Industriemuseum gleichen. Riesige Maschinen aus dem Jahre 1940 oder noch älter und dazwischen immer wieder Dampflokteile waren hier zu sehen. Ein Rentner der früher hier als Lokschlosser gearbeitet hatte erklärte uns die Arbeitsabläufe. Auf der Radsatzdrehbank kann man die bis zu 2 Meter großen Treibräder einspannen und die Laufflächen wieder in Form bringen. Bis zu 30 Millimeter dicke Stahlplatten können zu runden Kesseln gewalzt werden, Rohre von unterschiedlichsten Durchmessern müssen danach in den Kessel eingebaut werden. Bei unserem Besuch war gerade ein Kesselneubau für eine belgische Dampflok in Arbeit. An der Wand der alten Kesselschmiede wachen noch heute die Bilder von Erich Honecker und Walter Ulbricht, von 2 DDR-Fähnchen geschmückt, über das Treiben der Werktätigen und Besucher. Auf dem Freigelände war noch der Triebwagen der Baureihe VT08 zu sehen, mit dem 1954 die Fußballweltmeister zurück nach Deutschland kamen. In der großen Fahrzeughalle wo unter anderem auch eine Schweizer Elektrolok, ein sogenanntes Rhätisches Krokodil, museal aufgearbeitet wird, entdeckten wir auch eine Dampflok mit ausgebauten Rädern aus unserer Heimat, die 50 2988 der Sauschwänzlebahn, die zur Zeit zur „Kur“ in Meiningen ist.

Nach der Werksführung in Meiningen stand ein weiteres Thüringer eisenbahntechnisches Kleinod auf dem Programm, doch zuerst einmal legten wir in Zella-Mehlis einen Zwischenstopp für das Mittagessen bei original Thüringer Speisen ein.

Danach ging es zur Schwarzatalbahn, von der Station Obstfelderschmiede überwindet seit 1923 eine Standseilbahn, die Oberweißbacher Bergbahn, auf einer Länge von nur 1,4 Kilometer einen Höhenunterschied von 320 Metern. An einem 4 Zentimeter dicken Stahlseil hängen 2 Fahrzeuge, ein Personenwagen und eine Güterbühne mit Normalspurgleis, auf der heute nur noch ein Personenwagen befördert wird. Von der Bergstation Lichtenhain aus wird der eine Wagen mit nicht einmal ganz 6km/h nach oben gezogen während der andere nach unten fährt. Von der Bergstation in Lichtenhain führt eine 2,5 Kilometer lange mit 600 Volt Gleichspannung elektrifizierte Flachstrecke nach Cursdorf. Die 3 Triebwagen der Flachstrecke wurden um 1980 von der Werkstätte der Berliner S-Bahn um- bzw so gut wie neugebaut, weshalb sie im Aussehen den Berliner S-Bahntriebwagen ähneln.

Den Samstagabend ließen wir bei Brätel und Bratwurst wieder in Suhl ausklingen.

Am Sonntagmorgen verließen wir Thüringen wieder in Richtung Süden und legten auf dem Heimweg noch einen mehrstündigen Zwischenhalt in Nürnberg ein. Hier wo die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland seine Anfänge hat und auch traditionsreiche Modellbahnhersteller zu Hause waren, bestand noch die Gelegenheit das Verkehrsmuseum der Deutschen Bahn, das Spielzeugmuseum, die Altstadt oder andere Sehenswürdigkeiten dieser geschichtsträchtigen Stadt zu besuchen. Gegen 17 Uhr machten wir uns dann endgültig auf den Weg nach Hause.

 

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